Auf den folgenden Seiten möchte ich mich vorstellen und Ihnen einen Einblick in mein Verständnis von Psychotherapie, meine persönliche Arbeitsweise sowie meinen therapeutischen Hintergrund vermitteln.

Psychotherapie ist Vertrauenssache

Wenn Sie sich überlegen, eine Psychotherapie zu beginnen, gestaltet sich die Suche nach einem passenden Therapeuten anfangs eher unübersichtlich:

Wer hat freie Plätze, nach welchen Kriterien sollten Sie einen Therapeuten auswählen, welches Therapieverfahren ist passend?

Als bedeutsamer Faktor für den Erfolg einer Psychotherapie hat sich in wissenschaftlichen Studien aber eine gute und vertrauensvolle Arbeitsbeziehung zwischen Patient und Therapeut (die so genannte „Passung“) erwiesen. Daneben spielt natürlich auch die Persönlichkeit des Patienten, seine Motivation und seine Haltung eine zentrale Rolle. Andere Faktoren, wie die jeweils angewandte Therapiemethode oder bestimmte therapeutische Techniken sind für den Erfolg zwar ebenfalls bedeutend, haben aber nicht diesen zentralen Stellenwert. Prüfen Sie also, ob Sie sich von meinen Ausführungen angesprochen fühlen und inwieweit Ihre Vorstellungen und Erwartungen mit meinem Angebot übereinstimmen.

Gesundheit wird von der WHO als „umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden“ definiert. Viele Menschen erleben jedoch, dass ihnen die Balance zwischen diesen drei Bereichen zu entgleiten droht oder sie dieses Gleichgewicht bereits verloren haben. Sie sind in eine Krise geraten, aus der sie trotz vieler eigener Anstrengungen nicht mehr herausfinden. Sie leiden unter vielfältigen Beschwerden und Symptomen, fühlen sich mit deren Bewältigung aber überfordert.

Hier kann Psychotherapie helfen.

In der psychotherapeutischen Behandlung versuche ich mit meinen Patienten, die Entwicklung dieses Krankheitsprozesses nachzuvollziehen und gemeinsam allmählich besser zu verstehen. Auf diese Weise können die Patienten beginnen, biografische „Altlasten“, unbewusste Konflikte oder belastende Ereignisse und Umstände in ihrem aktuellen Lebenskontext zu identifizieren, anders wahrzunehmen und zu bewerten. Diese erweiterte Sichtweise ermöglicht ihnen, neue Lösungsideen und Bewältigungsmöglichkeiten für ihren Alltag zu entwickeln. Sie lernen wieder Zugang zu ihren eigenen Stärken und Fähigkeiten zu finden und diese für die bevorstehenden Veränderungen zu nutzen. Sie entdecken auch ihre eigenen vielfältigen Selbstheilungsmöglichkeiten. Wenn dies gelingt, finden die Menschen wieder zu neuer Kraft und zu einer wertschätzenden Haltung sich selbst und ihren Mitmenschen gegenüber. Daraufhin können sie dann ihre oft schwierigen und schmerzhaften Lebenserfahrungen anders bewerten und würdigen und werden in die Lage versetzt, diese als Teil ihrer persönlichen Geschichte anzunehmen. Häufig führen solche innerseelischen Veränderungen auch zu konkreten Veränderungen im Alltag: viele Menschen nehmen dann z.B. unbefriedigende Beziehungen oder Arbeitsverhältnisse nicht mehr so einfach hin, sondern kämpfen für bessere Bedingungen oder lösen sich bei Bedarf auch aus einengenden Situationen.

Die Dauer einer Psychotherapie kann sehr unterschiedlich sein. Sie hängt unter anderem davon ab, ob die psychischen Beschwerden schon sehr lange bestehen, stark ausgeprägt und komplex sind. Auch die Potentiale des Patienten und seine Belastungsfaktoren im Alltag spielen dabei eine wichtige Rolle. Manche Patienten benötigen deswegen nur einzelne Behandlungsstunden, die Mehrheit braucht aber zwischen einem halben Jahr und etwa zwei Jahren Zeit für die gewünschten Veränderungen.

Wann ist eine Psychotherapie notwendig?

Wenn man das Gefühl hat, überfordert zu sein und alleine nicht weiterzukommen, kann eine Psychotherapie angebracht sein. Auch wenn bestimmte Beschwerden vorliegen, können diese Hinweise auf eine ernst zu nehmende psychische Problematik oder Erkrankung sein, die durch eine psychotherapeutische Behandlung gelindert oder geheilt werden kann. Typische Beschwerden, die Hinweise auf eine zu Grunde liegende seelische Problematik sein können, sind z. B. Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme.

Auch immer wiederkehrende Probleme mit nahe stehenden Menschen, zwischenmenschliche Probleme im Arbeitsbereich oder mit der Leistung in der Arbeit, können solche Hinweise sein. Weitere Anhaltspunkte können auch die folgenden Gefühle sein:

  • Niedergeschlagenheit, die auch bei positiven Ereignissen unverändert bleibt und für die es keine konkrete Ursache gibt,
  • das Empfinden, interesse- und freudlos zu sein, sich kraftlos zu fühlen.
  • Aber auch eine sehr gehobene, euphorische Stimmung, eine deutliche Antriebssteigerung gegenüber dem „üblichen“ Befinden kann ein Hinweis auf ein psychisches Problem sein.
  • Bei ständigem Ängstlichsein oder plötzlichen Angstanfällen, Furcht vor bestimmten Objekten oder Situationen, sollten Sie sich an eine/n Psychotherapeuten/in wenden.
  • Immer wiederkehrende, zwanghafte Handlungen oder Verhaltensweisen bzw. Rituale sind ein Grund für einen Besuch bei einer/einem Psychotherapeutin/Psychotherapeuten.
  • Auch die ständige Angst, krank zu sein, und immer wieder auftretende körperliche Beschwerden, für die kein Arzt eine hinreichende organische Ursache feststellen kann, sollten psychotherapeutisch abgeklärt werden.
  • Weitere Symptome, die auf ein behandlungsbedürftiges psychisches Problem hinweisen, sind Untergewicht oder Essattacken.

All diese Beschwerden können auch begleitend bei einer körperlichen Erkrankung auftreten und auch dann Hinweise auf eine notwendige psychotherapeutische Behandlung geben, wenn Sie bereits in Behandlung aufgrund der körperlichen Erkrankung sind. Psychische Beschwerden wie Ängste aufgrund der Erkrankung oder depressive Stimmung können trotzdem parallel zur somatischen Behandlung gelindert werden.
Besonders wichtig ist es, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn jemand den Wunsch hat, sich das Leben zu nehmen, häufig an den eigenen Tod denken muss oder sogar schon konkrete Absichten und Pläne hat. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Menschen froh sind, wenn ihnen in dieser Zeit geholfen wird. Im Nachhinein stellen sich solche Phasen oft ganz anders dar und Probleme und Belastungen, die einem zunächst unüberwindbar erschienen, können später aus einer anderen Perspektive gesehen werden. Kennen Sie jemand, bei dem Sie sich sorgen, oder sind Sie selbst betroffen, bedenken Sie, dass in einer solchen Phase die Welt oft nicht mehr realistisch wahrgenommen wird – suchen Sie professionelle Hilfe, besprechen Sie diese Ideen mit einem Menschen Ihres Vertrauens!